Termine

Neben etlichen privaten Auftritten, für die Sie uns exklusiv als Ihr eigenes Improvisationstheater zu Ihrem Event buchen können, gibt es auch öffentliche Improtheater-Shows mit Langform-Improtheater (siehe dazu Spielformen). Unser kommender Auftritt:

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Fernere Auftritte:

Pädagogik-Konferenz am 27. Februar 2020 (Universität, Kiel)

Bisherige Auftritte der Improsprotten:

Impronatische Kunstgriff-Laudatio am 16. August 2019 (Heide in Holstein)

Wohnzimmer-Theater am 30. Juli 2019 (Damperhof, Kiel)

Ausstellung Snowball Four am 30. Mai 2019 (Galerie Onspace, Kiel)

Ausstellung Snowball Three am 16. Mai 2019 (Galerie Cubeplus, Kiel)

Ausstellung Snowball One am 18. April 2019 (Alter Markt, Kiel)

Bunkerwoche im Bunker-D am 15. April 2019 (Fachhochschule Kiel)

Wohnzimmer-Theater am 6. April 2019 (Flemhude)

Wohnzimmer-Theater am 5. April 2019 (Düsternbrook)

3. Kieler Impro-Marathon am 23. Februar 2019 (Pumpe, Kiel)

Sommerfeier Architektenbüro Schnittger am 1. August 2018 (Kiel)

Pfingstlager Arbeitersamariterbund am 19. Mai 2018 (Lübeck)

Amnesty International Workshop (Kiel) am 14. Mai 2018 (Kiel)

2. Kieler Impro-Marathon am 19. Jänner 2018 (Kiel)

Hochzeitsfeier privat (Hamfelde) am 5. Januar 2018

Feier zum 60. Geburtstag privat (Strande) am 1. April 2017

1. Kieler Impro-Marathon (Kiel) am 17. Januar 2017

60.+60. Doppelgeburtstag privat (Kiel-Meimersdorf) am 13. Januar 2017

Hochzeitsfeier privat (Laboe) am 27. November 2016

Improshow in der Hansa48 (Kiel) am 26. Mai 2016

Feier zum 30. Geburtstag privat (Kiel) am 08. Dezember 2015

Improshow im Café Godot (Kiel) am 27. Oktober 2015

Kiel-Weltoffen-Fest in der Alten Mu (Kiel) am 04. Oktober 2015

80. Geburtstag privat (Luschendorf) am 20. September 2015

70. Geburtstag privat  (Bad Schwartau) am 25. Juli 2015

Rezension zu unserem Auftritt am 27. Oktober 2015 im Café Godot:

„Schummriges Licht, alte Lampen mit Fransen an den Schirmen, rote Farbe an den Wänden. Kleine Tische stehen im Raum des Café Godot verteilt, ein Sofa auf dem sich schon zwei Herren niedergelassen haben ist ebenfalls für die gemütliche Atmosphäre verantwortlich. Die Bühne, auf dem in den nächsten Minuten eine Langform des erst neugegründeten Kieler Improtheaters `Improsprotten´ zu sehen sein wird, ist eigentlich nur ein kleiner Treppenabsatz … was aber der Qualität des Theaters keinen Abbruch tut, wie sich später heraus stellt.

Die Improsprotten bestehen heute aus zwei Männern und zwei Frauen, plus einem `Klingelmann´. Was heute Abend geboten wird, ist eine Langform von 80 min ohne Pause, die vollkommen frei erfunden wird. Eine Zuschauerin verteilt am Beginn nach Aufforderung durch die Moderation aus einem Koffer je ein Requisit an jeden der 4 Schauspieler*Innen, einer bekommt eine Kerze, eine einen Hut, eine ein Französischwörterbuch. Diese Requisten bestimmen unter anderem den Charakter. Dann geht es los. Nach dem Muster des Romans `Der Reigen` (1920) von Arthur Schnitzler spielen sich die Charaktere nach und nach in ein Setting – diesmal eine Autowerkstatt mit einer Besitzerin, einem Angestellten und zwei Kunden. Sukzessive entfalten sich in immer wieder neuen Kombinationen die Charaktere, die unvermittelt aufeinander treffen, eine verwickelte Geschichte von Beziehungen und Eigenheiten der einzelnen Figuren.

Durch die Klingel wird eine Szene beendet bzw eine neue darf nach dem ertönten Klingeln beginnen, wobei immer die Schauspielenden auf die Bühne gehen, denen gerade spontan danach ist, dazwischen gibt es kleine musikalische Intermezzi auf der Gitarre … improvisiert wird so oder so. Die Zuschauer*Innen bekommen außerdem `Vergangenheits- und Zukunftskarten´, die sie bei Bedarf hochhalten. Sie dürfen immer, wenn nur eine einzige Figur auf der Bühne ist, bestimmen, ob diese laut über ihre Vergangenheit oder ihre Zukunft sinnieren soll.

Die Geschichte beginnt. Es gibt also 4 Charaktere, die sich nach und nach herauskristallisieren. Es wird dabei fleißig Französisch gelernt. Also wird auch mit einer Hand im Bus ein Wort nach dem anderen ins Französische übersetzt, wobei die Richtigkeit immer wieder in Frage gestellt wird. Die andere Hand hält sich an der Haltestange des Busses fest, gleich gegenüber eines Psychotherapeuten in Ausbildung, der ab und an eine Kerze mit sich führt, damit seinem Gegenüber auch mal ein Licht aufgeht. Doch selbst ihm bleibt es doch ein Rätsel, warum sein geliebter Jaguar schon so lange in der Werkstatt weilt, sind doch angeblich nur die Scheibenbremsen defekt … sollte doch schnell austauschbar sein …

Wäre da nicht Solange, die in der Autowerkstatt das Sagen hat, Warten abgrundtief hasst und sich selbst die Wutausbrüche durch eine Kanalisation der eigenen Gefühle verbietet. So hat sie es in der Therapie gelernt … Alles wäre auch nur halb so schlimm, wären doch einfach mal fähige Mitarbeiter vorhanden. Mitarbeiter, die nicht einfach das Auto der Chefin als Leihwagen rausgeben, weil das des Kunden immer noch nicht fertig geworden ist. Wenigstens können sie Kunden kurzzeitig davon ablenken, dass das Auto die defekten Scheibenbremsen immer noch nicht ersetzt bekommen hat.

Zwischenzeitlich fragen sich die Zuschauenden, wer jetzt eigentlich zu wem gehört und wer welches Auto fährt. Bei dieser ersten Langform der Improsprotten ist dennoch die ganze Zeit über viel Feingefühl vorhanden, das nicht nur die Zuschauer*Innen zum Schmunzeln und Nachdenken bringt. Es gibt unfreiwillig komische Szenen, etwa wenn Solange mit ihrem Mitarbeiter Bert über das Fahrgestell der
Französin (oder doch ihres Wagens?) räsonniert, aber auch Momente der Verinnerlichung, etwa wenn die Figuren –jeweils allein auf der Bühne – über ihre Träume und Visionen für die Zukunft sprechen.

Insgesamt ist das dargebotene Theaterstück, dessen Handlungsstränge sich tatsächlich erst mit der Zeit offenbaren, anspruchsvoll und entspricht nicht dem allgegenwärtigen schnellen Gag-Theater, das man sonst von Improvistationstheaterformaten meist gewohnt ist. Von den Zusehenden erfordert diese Theaterform mehr Aufmerksamkeit, gleichwohl aber auch nicht mehr als bei einem Theaterstück im klassischen Theater.

Hier und da sind eventuell noch Verbesserungsmöglichkeiten, die diese etwas andere Form des Improtheaters etwas runder machen würden – die Schaupielenden konnten sich z.B. zuletzt schlecht auf ein gemeinsames Ende einigen, was freilich ohne Absprache geschehen mußte. Abschließend betrachtet war es aber ein sehr gelungener Auftritt, der zudem durch die Wohnzimmeratmosphäre des Café Godot in der Gutenbergstraße nicht gemütlicher hätte sein können. Und wo kann man solchen Geschichten, die das Leben schreiben könnte, wohl am besten lauschen, als bei einer Tasse Tee und einer Kerze?!“

Autorin: Katharina Richter-Langbehn